Didaktik

“Semesterendegedanken…”

“Semesterendegedanken…”

Geschafft: Der letzte Student verlässt den Raum, jetzt schnell die Seminararbeiten einsammeln, Notebook runterfahren, noch einmal checken, ob alle Rechner aus sind, alles abschließen und ab nach Hause. Wieder ein Semester vorbei. Natürlich, da sind noch die Arbeiten zu korrigieren - nicht gerade die prickelndste Aussicht- aber was soll’s…gehört eben dazu. So gesehen: Alles wie immer - nein, nicht ganz. Ich habe mich erstmalig komplett mit all meinen Vorlesungen auf der Lernplattform der TH Wildau ausgetobt, Kurse eingerichtet, Infos und Dokumente hochgeladen, kollaborative Lernformen ausprobiert (z.B. Wikis erstellen lassen, online-Gruppenarbeiten organisiert usw. ) und sämtliche Kommunikation mit den Studenten nur über die Plattform laufen lassen. Natürlich habe ich die Studenten zu Beginn der Lehrveranstaltung, bei der in der Regel nahezu alle (noch) anwesend sind informiert und sie gebeten, sich auf der Plattform anzumelden. Das ginge doch auch ganz einfach: Einloggen mit dem Hochschulaccount und schon befinden sich alle in den für sie passenden Kursen. Kein Problem, so sollte man zumindest meinen. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht. Trotz nachweislich intensiver praktischer Erfahrung mit den zahlreichen Communities im Web schien die Registrierung auf einer Lernplattform doch nicht so der Hit zu sein. Vielleicht hat mir ja auch keiner geglaubt, dass die Lernplattform “der” Ort der relevanten Informationen ist- zumindest in diesem Semester bei dieser Dozentin - so nach dem Motto” na ja, die wichtigen Infos finde ich auch auf der Homepage oder bekomme sie irgendwie anders”. Auf jeden Fall dauerte es drei Wochen, bis schließlich drei Viertel der Studierenden im Kurs waren und theoretisch die Möglichkeit hatten, durchaus relevante Fragen wie “wann und wie findet die Prüfung statt?” oder “Wie lange ist die Redezeit bei der Präsentation ?” nachzulesen. Ich selbst war in meinem unerschütterlichen Optimismus felsenfest davon überzeugt, dass sie dies taten, zumal diejenigen, die regelmäßig zur Vorlesung kamen, auch bei den Online-Übungen und Gruppenarbeiten gut mitgemacht hatten. Aber ganz genau hat wohl doch nicht jeder hingeschaut: Kurz vor den Prüfungen wurde ich belagert mit genau den Fragen, deren Antworten seit Semesterbeginn auf der Plattform standen. Ich blieb eisern, verwies jedes Mal konsequent auf die Lernplattform. Im Zweifel habe ich einfach mit der sprichwörtlichen Schusseligkeit der Professoren argumentiert: “Tut mir leid, aber ich habe so viele Gruppen und Prüfungen- da will ich nichts Falsches sagen. Lesen Sie es lieber nach.” Flugs registrierte sich auch das restliche Viertel…..
Die Prüfungen sind nun vorbei, und alle haben meinen Kurs gefunden. Vielleicht ein Bisschen spät, aber nicht zu spät. Das nächste Semester steht schon bald wieder vor der Tür und dann geht es weiter: E-Learning Runde Zwei…

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